
| Winterwanderung des Motorbootsportverein Germersheim |
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| Als Wassersportler ist uns bekannt,
dass der Rhein bei Stromkilometer 393,8 in die Gemarkung von Speyer
eintritt und diese 9,2 km später wieder bei Stromkilometer 403
verlässt. Westlich des Rheins liegt Speyer, die historisch und
kulturell bedeutendste Stadt am Oberrhein! Sehr oft werden von den Mitgliedern kurze Bootstouren nach Speyer unternommen, aber was Speyer wirklich zu bieten hat, dass konnten wir nun bei der Stadtführung bestaunen! Zum Auftakt des Jahres, fand die traditionelle Winterwanderung des MSV Germersheim in Speyer statt. Der 2.Vorsitzende, Karl-Heinz Schütt, organisierte eine geführte Besichtigung der Domstadt. Treffpunkt war am 23.01.2010, 10 Uhr auf dem Festplatz. Hier überraschte Karl-Heinz Schütt die eintreffenden Mitglieder mit Brezeln und Sekt – eine tolle Idee, an die man sich gewöhnen könnte. So wurde die Wartezeit bis zum Eintreffen aller Teilnehmer optimal ausgefüllt. Der 1.Vorsitzende, Erich Freyer, nutzte die günstige Gelegenheit und richtete spontan einige Worte an die Mitglieder. Danach führte er die Teilnehmer zum Domhof, wo auch schon der Stadtführer wartete. Karl-Heinz Schütt übernahm das Amt des „Lumpensammlers“ und wartete auf dem Festplatz auf die Nachzügler. Angesichts der Tatsache, dass draußen um die null Grad waren, wurde der Beginn im Domhof mit warmen Getränken optimiert! ![]() |
Als dann alle im Domhof eingetroffen waren, stellte Erich Freyer den
Stadtführer, Herrn Rudi Höhl vor und übergab ihm das Wort für die
nächsten 2 Stunden. Sofort „tauchte“ Herr Höhl in die Stadtgeschichte ein. Speyer wird heuer 2020 Jahre alt, und da gibt es jede Menge Geschichten und historische Hintergründe zu berichten. Als römische Gründung hieß die Stadt Civitas Nemetum (Hauptstadt der germanischen Nemeter) und wurde um 600 Spira benannt. Nach weiteren interessanten Zeitgeschichten folgte dann „frische Luft für alle“! Die Führung begann am Hauptportal des Domes. Sofort bekamen wir wieder Geschichten über den Kaiser- und Mariendom zu hören. Er ist die weltweit größte noch erhaltene romanische Kirche und zählt seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vor uns eine „alte Schüssel“ aus Stein, die wir seit der Führung mit ganz anderen Augen betrachten! Der „Domnapf“ fasst 1580 Liter und jeder neue Bischof musste den Napf mit Wein füllen und jeder Bürger hatte das Recht, daraus zu trinken – Prost! Den nächsten Halt machten wir am „Ölberg“, im Zentrum des Dominnenhofs. Die erhaltene Ruine birgt im Innern des Ölbergs eine kleine Kapelle, die dem Erzengel Michael geweiht ist! Wie oft sind wir da schon vorbei gebummelt, aber keiner von uns hatte darin eine Kapelle vermutet! Weiter ging es zum „Heidentürmchen“, östlich vom Dom. Unser Stadtführer hatte ganz tolle Geschichten zu dem über 800 Jahre alten Bauwerk auf Lager. An der Stadtmauer entlang, erreichten wir über die „Sonnenbrücke“ das Kloster St. Magdalena im Hasenpfuhl. Unser Stadtführer erzählte uns tolle Geschichten über die Sonnenbrücke, die früher ein bekannter Treffpunkt für die Schiffer war! Vorbei am Holzmarkt, Fischmarkt, Siechenkrankenhaus, erreichten wir durch die St.-Georgengasse die Ruine des Adelspalais der Familie Retschelin. Hier entstand Anfangs des 18. Jahrhunderts die Dreifaltigkeitskirche. Bei einem Besuch im Inneren der lutherischen Stadtkirche erhielten wir erneut sehr interessante Informationen zur Geschichte Speyers und konnten uns etwas aufwärmen. „Wie Jakob“, pilgerten wir quer über die Maximiliansstraße an das alte Rathaus. Ein Blick die Maximiliansstraße hinauf, sahen wir das westliche Stadttor Speyers, das „Altpörtel“. Mit einer Höhe von 55 Metern ist es eines der höchsten und bedeutendsten Stadttore Deutschlands! Zum Abschluss der Führung besuchten wir noch im „Judenhof“ die älteste noch vollständig erhaltene deutsche Mikwe, ein rituelles, jüdisches Bad aus dem 12. Jahrhundert. Für eine an- und abschließende Einkehr waren im Restaurant Domnapf bereits die Plätze reserviert. Während des Essens konnte man sich gemütlich aufwärmen, bevor jeder die Heimreise antrat. |
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| Bericht: Herbi + Karl-Heinz Schütt | |