Landesverband Motorbootsport
Rheinland-Pfalz e.V.

 

Jahreshauptversammlung 2003

Landesverband Motorbootsport Rheinland-Pfalz
Kaum hat der Winter seine Strenge verloren und den ersten warmen Frühjahrsboten der Märzsonne seinen Platz eingeräumt, machen sich im Lande Rheinland-Pfalz Präsidenten, Vorsitzende und sonstige unverzagte Mitstreiter des organisierten Motorbootsports auf den Weg, um im Haus des Landessportbundes Rheinland-Pfalz in Mainz der Jahreshauptversammlung bei zu wohnen.
So auch am 21. März 2003. Einunddreißig Stimmberechtigte, teilweise durch Mehrfachbesetzung unterstützt, wollten wieder einmal erfahren, was Egon Schuster, seine Vorstandskollegen und sonstige gut Informierte zu berichten hatten.
Natürlich gab es Neuerungen, zumindest was den Ablauf der Veranstaltung betraf. Waren bisher Ehrengäste und ihre Ausführungen mehr der krönende Abschluss des Treffens, so standen diese nun im Mittelpunkt der Hauptversammlung.
Dabei bereitete es Egon Schuster sichtbares Vergnügen, u.a. den Präsidenten des DMYV, Winfried Röcker sowie den Präsidenten des Landesverband Motorbootsport Brandenburg, Dr. Günter Lucke, zu begrüßen.


LVM-RLP In seinem Grußwort dankte Winfried Röcker allen, welche sich für die Sache des deutschen motorisierten Wassersports einsetzen. Zugleich hob er die rege und erfolgreiche Teilnahme an der Vergabe der „Blauen Europa“ hervor. Dabei wies er auf die Wichtigkeit einer zahlreichen Beteiligung hin, welche nicht zuletzt aus politischen Gründen unverzichtbar sei.


Foto links:
DMYV-Präsdent Winfried Röcker
daneben Dr. Lucke, Karl-Heinz Bertgen und Egon Schuster
Dr. Lucke brachte seine Freude über seinen ersten Besuch beim Landesverband und damit auch in Stadt Mainz zum Ausdruck und erinnerte an die besondere Unterstützung durch die Herren Schuster und Heberger bei der Gründung des von ihm geführten Landesverbandes. Egon Schuster wurde hierbei in den Stand eines „Paten für den Landesverband Motorbootsport Brandenburg“ erhoben, was mit der Verleihung der „Sportehrennadel“ des Brandenburger Verbandes durch Dr. Lucke verbunden war.

Foto rechts:
Dr. Lucke bei der Ehrung von Egon Schuster;
vorne links Schatzmeister Karl-HeinzBertgen;
rechts Verbandsvize Egon Heberger
LVM-RLP
Der Bericht des 1.Vorsitzenden begann mit den wiederum tollen Erfolgen der rheinland-pfälzischen Jugend bei den sogenannten „Internationalen Clubmeisterschaften des MYC Germersheim“, allen voran wieder einmal Marco Gerach. Die LV-Nachrichten informierten bereits ausführlich darüber. Darüber hinaus sollte man sich die Landesjugendmeisterschaften am 06.09.2003 notieren, welche wieder in Germersheim stattfinden. Gleiches gilt für die Deutsche Jungendmeisterschaft am 20.09.2003, deren Austragungsort im Schiersteiner Hafen von Wiesbaden liegt.
Der MBC Bad Ems führte die 30. Lahnsternfahrtdurch; die Sternfahrt durch, die Sternfahrt in Dausenau fiel zwar 2002 aus, wird jedoch in diesem Jahr nachgeholt.
Weitere Themen waren die Oberrhein-Rallye beim 1. MBC Speyer, in Speyer/Reffenthal, das Hafenfest in Neuwied, der ADAC Tourenwettbewerb in Bad Neuenahr, sowie die Unterstützung der Stadt Frankfurt für die Olympiade 2012.
Neu-der erste Mittelrhein – Stammtisch zusammen mit dem HELM im Clubschiff des MYC Bingen. Aufgrund der guten Resonanz wird dieses Zusammenkommen mit Sicherheit eine feste Einrichtung werden.

Hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit berichtete Egon Schuster, dass im Jahr 2002 vier Zeitungen die Mitglieder des Landesverbandes erreichten. Seine Hoffnung, wonach dies auch im aktuellen Jahr so geschehen werde, wird seitens der LV-Nachrichten unterstützt, sofern auch Sie, die Clubverantwortlichen, mit Ihren Beiträgen mitwirken.

Umweltbezogen war das Jahr 2002 ein ruhiges Jahr. Erinnert sei dennoch an das bereits ausführlich abgebildete Umweltsymposium am 13. März in Worms und die Tatsache, dass sich 17 Mitgliedsvereine erfolgreich um die Verleihung der „Blauen Flagge“ bemühten. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, warum drei Pfälzer Clubs im Saarland und der Rest in Mannheim ausgezeichnet wurden.

Die Überarbeitung der bestehenden Abwasserverordnung durch eine Bund-Länder-Kommission, war ebenfalls Thema des Verbandsvorsitzenden. Hier sei auf die ausführlichen Ausführungen von Dr. Johannes Schmidt erinnert.
Die Vorbereitungen für die Erneuerung der LV-Festmacherbojen im Eicher See sind getroffen. Sie werden / wurden gemeinsam mit Unterstützung aus Hessen im April gesetzt.
LVM-RLP Ein besonderer Dank galt dem „Umweltbeauftragen i.V.“, Helmut Schink. Wer so engagiert den umweltbezogenen Interessen des Wassersports entspricht, darf sich letztlich auch nicht wundern, wenn man ihn um weiterreichende Unterstützung im Landesverband bittet. Auch hier ein großes Danke an Helmut Schink!


Foto links:
Der jung gebliebene „Altjugendliche“
und neue Umweltverantwortliche
„Helmut Schink“
Beim Thema Finanzen brauchte man Egon Schuster’s Gesichtsausdruck nur in Ruhe zu betrachten. Er bezeugte den ehrlichen Dank für die Unterstützung durch die regionalen Sportbünde sowie dem Landessportbund. Nur so war es auch im vergangenen Jahr wieder möglich, Zuschüsse für Mitgliedsvereine freizusetzen.
Natürlich hängt am Thema Finanzen unweigerlich der Name des Schatzmeister Karl-Heinz Bertgen. Seine gekonnte Art die Finanzen des Landesverbandes nicht nur zu verwalten, sondern auch in die richtigen Kanäle zu dirigieren, erzeugt nicht nur Freude bei der Kenntnisnahme, sondern bestätigt das in ihn gesetzte Vertrauen Jahr für Jahr. Auch ihm an dieser Stelle ein anerkennendes Dankeschön!
Wie schon angedeutet, erwischte es Helmut Schink nun tatsächlich. Vom kommissarischen Amt des angeblich alternden Jugendbeauftragten (hoffentlich) befreit, hatte er im Sinne des Wortes keine Chance, sich gegen die Wahl zum Landesumweltbeauftragten zu wehren. Er trug es mit sichtlicher Fassung und die mit ihm Verantwortlichen im Landesverband waren erleichtert


Foto unten:
Er will frischen Wind ins Jugendboot bringen, Bertram Lux
Und was wird mit der Jugend?
Die Wassersportfreunde Budenheim reagierten abermals und stellten Ersatz. Bertram Lux hatte sich schon bei der Vorstandssitzung 2002 vorgestellt und wusste, was auf ihn zukommen wird. Hat doch sein Vorgänger im Amt, Helmut Schink, der in diesem Artikel nach Egon Schuster wohl meist genannte „Wassersportfanatiker“ (äußerst positiv gemeint!), Zeichen gesetzt.
Doch Bertram Lux bringt alle Voraussetzungen mit, sind doch seine Kinder längst im Wassersport und seinen Freuden bzw. Verantwortungen, längst integriert. Spielen da noch ein paar hundert andere eine Rolle?
Der Landesverband jedenfalls sieht seiner Arbeit mit großen Erwartungen sowie unterstützendem Interesse entgegen.
LVM-RLP
LVM-RLP Was könnte, so fragt man sich, einem Wahlvorgang die Krone aufsetzen? Sie ahnen es. Die Wahl der Schatz- pardon Kassenprüfer. Wer Souveränität und Zuverlässigkeit will, bestätigt Wolfgang Dinkelacker und Armin Nagel als Kassenprüfer. Es sollte wirklich nicht wundern, wenn diese beiden „Urgesteine des Wassersports“ irgend wann einmal in Marmor geschlagen werden.

Foto links:
Die „Unverzichtbaren-Armin Nagel und Wolfgang Dinkelacker
Und dann war es soweit. Winfried Röcker trat zum zweiten Mal ans Rednerpult und monierte im Bereich der ehrenamtlichen Tätigkeiten die immer größer werdenden Probleme mit Behörden.
Nicht anders sei es mit den verschärften Bedingungen zur Verleihung der „Blauen Flagge“. Daher überlege sich der DMYV, ob 2004 die „Blaue Flagge“ überhaupt noch unterstützt werden könne. So plane das Referat Umweltschutz eine übergeordnete Organisation als Naturschutzverband des Deutschen Sportbundes zu schaffen, welche eine „deutsche Blaue Flagge“ kreiere und werbewirksam vergebe. Hinsichtlich der Infrastruktur der Wasserstraßen stehe man in Deutschland an letzter Stelle. Dafür seien zwei private Marinas am Dortmund-Ems-Kanal aus EG-Mitteln finanziert worden. Dies, so Röcker, sei nicht in Ordnung.
Da auf Grund der restriktiven Maßnahmen durch deutsche Behörden immer mehr Bootsfahrer ins Ausland auswichen, riet der DMYV-Chef den Clubverantwortlichen, Bürgermeister, Landräte, Land- und Bundestagsabgeordnete aufzufordern, dieser Tendenz entgegen zu wirken. Dabei müsse deutlich werden, das der Wassertourismus eine Wirtschaftskraft darstelle, welche vor allem den einzelnen Regionen zu Gute komme.

Weiter rechtfertigte Röcker die Notwendigkeit der in englisch gehaltenen Seefunkscheine Long Range Certifikate (LRC) und Short Range Certifikate (SRC). Da diese Scheine internationale Gültigkeit hätten, sei es unerlässlich, bestimmte englische Fachbegriffe einfach zu beherrschen. Dieses Wissen könne im schlimmsten Falle auch lebensrettend wirken. Darüber hinaus seien die europäischen Auslandsstaaten durch das Auswärtige Amt informiert, dass in den neuen Sportküstenschifferscheinen nicht mehr auf die Drei-Meilen-Zone hingewiesen wird.
Eine positive Entwicklung sei im Umgang mit öffentlichen Ämtern und Ministerien zu verzeichnen. Diese suchten bei Sach- und Fachfragen immer mehr die Meinung des DMYV. In diesem Zusammenhang bat Winfried Röcker, die Haftpflichtversicherungsverträge auf ihre Versicherungssummen zu überprüfen, um für einen evtl. Haftpflicht-Havarie-Fall ausreichend versichert zu sein.
Weitere Themen waren der Rennsport, den man dringend brauche, um die Sporthoheit gegenüber dem Deutschen Sportbund zu reklamieren und die ausgezeichnete Jugendarbeit, welche zwischenzeitlich die Ausrichtung von Europa- und Weltmeisterschaften erlaube. Gleichzeitig stellte Präsident Röcker fest, dass man zweifelsfrei eine gut funktionierende und selbständige Jugend habe und sich mit den noch vorhandenen Defiziten einfach auseinander setzen müsse.
So sei nun auch das Thema um den ehemaligen Geschäftsführer Rummel erledigt, die Kasse dafür ausgeglichen.
Beim Verbandstag gibt es einen umfassenden Satzungsanpassungsantrag des Präsidiums. Vor dem Verbandstag wird eine Satzungskommission diesen Vorschlag beraten und eine entsprechende Beschlusslage einbringen.
Von Interesse dürfte auch die Information sein, das der STANDER nicht mehr das offizielle Organ des DMYV ist. Dennoch sollte, auch nach Meinung der rheinland-pfälzischen Delegierten, die Öffentlichkeitsarbeit wie bisher beibehalten werden.
Diesbezügliche Bewerbungen der Zeitschriften SKIPPER und BOOTE werden noch geprüft. Die letzten wesentlichen Punkte aus der Rede des DMYV-Präsidenten in Punkten:

Tourenskippertreffen in Ketzin am 5./6. Juli 2003

Tourenskippertreffen in Leer vom 07. bis 10 August 2003

Holland Pavillon Nord Sternfahrt vom 27. bis 29 Juni 2003

Das Magdeburger Kreuz (Schifffahrtsweg mit Hebewerk) soll im Oktober 2003 eröffnet werden


Die Kommission zur Strategie und Struktur des DMYV arbeitet mit guten Ergebnis mit dem Länderrat zusammen und letztlich

wird an der Ausstellung von Charterscheinen für ein bestimmtes Gebiet festgehalten.

Ggf. bietet der DMVY einen Charterschein für bestimmte Gebiete an, wenn das Bundesverkehrsministerium die aktuelle Charterscheinpraxis offiziell beibehalten möchte.

Der abschließende, mit Sicherheit anerkennende Beifall der Delegierten belegte, dass die informative im Bereich der Problemfelder teilweise emotionelle Rede von Winfried Röcker nicht nur gut angekommen, sondern sicher auch auf fruchtbaren Boden gefallen war.
Nun durfte auch Egon Schuster wieder etwas beitragen. Er tat dies sichtbar gut gelaunt und bat Dr. Lucke ans Rednerpult.
Dieser wies nochmals auf die anerkannt guten Beziehungen zum Landesverband Motorbootsport Rheinland-Pfalz hin. Weiter sei für ihn der Ausbau der Jugendarbeit in Brandenburg, der Hochburg und dem Zentrum des Bundeslandes, von besonderer Bedeutung. Unter anderen kommen zu diesen Veranstaltungen auch Sportler aus Tschechien. Dabei nutze man auch Gelegenheit, die Schönheiten des jeweiligen Landes kennen zu lernen. Kernpunkt der Ausführungen von Dr. Lucke zum bevorstehenden Verbandstag war die Feststellung, dass man stets bemüht sein sollte, mit „sportdemokratischen Mitteln“ zu reagieren, um damit zu vermeiden, dass einige Mitglieder sich sportlichen Aktionen entgegen stellten. Sonderanträge, wie der Antrag auf Satzungsänderung, sollten künftig nicht mehr zugelassen werden, da hierdurch außer Störungen kein vernünftiges Produkt erzielt werde.
Dem, verehrter Herr Dr. Lucke, kann man sich nur anschließen.
Und noch einmal tauchte der Vorsitzende des Landesverbandes am Rednerpult auf.
Dabei kritisierte er das Verhalten jener Vereine, die den Veranstaltungsort des Verbandstages als zu „entfernt“ fanden, obgleich sie selbst in Heilbronn mitwirkten.
Vereine, die ihre Stimme für den Verbandstag nicht zur Verfügung stellten, weil ihnen vermutlich das Wissen und Empfinden über Sinn und Zweck der Veranstaltung und des Wassersports fehlt.
Jene Vereine, die trotz mehrfacher Aufforderung ihrer Beitragspflicht gegenüber dem Sportbund Rheinland nicht nachgekommen seien.
Letztlich informierte er über die Gespräche mit Landrat Dr. Brechtel zum Thema „Öffnung des Sondernheimer Altrheins“. Demnach soll dort ein Gastschiff etabliert werden. So der Landesverband Motorbootsport Rheinland-Pfalz die Kosten für den Steiger übernehme, würden dafür Liegeplätze angeboten. Neuer Gesprächstermin ist der 09.05.03 bei der Kreisverwaltung Germersheim.

Termin für die nächste Verleihung der „Blauen Flagge“ ist am 21.06.03 in Otterstad.

Gefragt wurde nach einer Darstellung des Landesverbandes im Internet. Hierzu wird Herr Blumberg dem Landesverband entsprechende Vorschläge zur Darstellung unterbreiten.

Und dann war es wieder so weit. Nein, liebe Leser, diesmal liegen Sie falsch. Der uns allen längst ans Herz gewachsene Finanzberichterstatter, Abschluss - und Dauerreferent Christian Wehmeyer war ausnahmsweise nicht an Bord. Vielmehr meinte ich-eine außerordentlich informative und von allen Seiten aktiv mit gestaltete Jahreshauptversammlung war zu Ende.




Text / Fotos:
Thedd Heldeis